Handys und Smartphones im Unterricht

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Autor: Nic Daniels, Pontydysgu, Pontypridd
Übersetzer: Schülerinnen und Schüler des Friedrich-List-Berufskolleg, Herford

Contents

Lernziele

In diesem Artikel geht es darum zu zeigen, dass ein Verbot von Handys (zum Wikipedia-Eintrag) und Smartphones (zum Wikipedia-Eintrag) im Unterricht nicht der einzige Weg ist, wie Lehrerinnen und Lehrer mit den mobilen Geräten im Unterricht umgehen können. Bisher waren die Geräte an den meisten Schulen im Unterricht verboten. Dieser Artikel soll verdeutlichen, dass ihr Einsatz durchaus auch einen positiven Nutzen für den Unterricht haben kann.

Einführung

Heutzutage hat fast jede Schülerin und jeder Schüler ein Mobiltelefon. Die meisten besitzen sogar ein Smartphone. Im Gegensatz zu den älteren Modellen und den herkömmlichen Geräten agieren Smartphones eher wie Computer. Über sie hat man die Möglichkeit im Internet zu surfen und verschiedene Applikationen (zum Wikipedia-Eintrag), Softwareprogramme und Anwendungen auf das Gerät herunterzuladen. Die Möglichkeiten sind nahezu endlos. Die meisten der Lernenden werden sich wahrscheinlich sowieso über das Verbot von Handys und Smartphones an Schulen hinwegsetzen, da sie ein wichtiger Teil ihres Lebens sind und sie sich ohne nackt und unerreichbar fühlen. Sie sind mit den mobilen Geräten aufgewachsen und nutzen sie als Tagebuch, Kalender, Fotokamera und Kommunikationsmittel. Hausaufgabenhefte und schriftliche Kalendernotizen werden häufiger vergessen als elektronisch gespeicherte Nachrichten im Handy. Auch E-Mails erreichen die meisten Lernendenviel langsamer als jede SMS.

Handynutzung



















Die oben eingefügte Grafik der BITKOM (zum Wikipedia-Eintrag) stammt zwar schon aus dem Jahre 2009, zeigt jedoch bereits deutlich, dass Jugendliche Handys und Smartphones für weitaus mehr nutzen als für das Telefonieren. Durch die Entwicklung auf dem Markt sind die Zahlen in den letzten Jahren sicherlich auch weiterhin gestiegen. Anstatt Handys im Unterricht also zu verbieten, können Sie ihren Einsatz auch als Chance sehen. Zum einen kommen Sie so den Schülerinnen und Schülern entgegen, zum anderen kann man sie sehr vielfältig einsetzen. Für kleinere Recherchen im Internet reichen die Geräte häufig vollkommen aus. Somit müssen Sie nicht mehr für alle Lernenden Laptops (zum Wikipedia-Eintrag) besorgen. Generell sollten Sie den Jugendlichen die Wahl lassen, ob sie ihre Termine und Hausaufgaben lieber im Handy abspeichern oder schriftlich im Hausaufgabenheft oder Kalender festhalten. Am Ende zählt doch sowieso nur, ob die Aufgaben erledigt wurden.

Anwendung im Klassenzimmer


Unterrichtsbeispiel 1: Testphase - Vergleich der Nutzung von Handys und Smartphones mit einem Kalender

Machen Sie Ihren Schülerinnen und Schülern das Angebot, dass sie ihr Handy oder Smartphone im Unterricht einsetzen dürfen, solange sie auch damit zuverlässig arbeiten und es nicht als Ablenkung gebrauchen. So können sie beispielsweise ihre Termine innerhalb ihres mobilen Gerätes notieren, statt einen Kalender dafür zu nutzen. Vereinbaren sie gemeinsam einen Zeitraum, in dem die Schülerinnen und Schüler unter Beweis stellen sollen, dass sie Ihr Vertrauen nicht missbrauchen und sie die mobilen Geräte nur zu schulischen Zwecken verwenden. Klappt der Einsatz von Smartphones im Unterricht, gibt es eigentlich keinen Grund sie zu verbieten. Natürlich muss ein solches Vorhaben mit dem Kollegium und der Schulleitung abgesprochen werden.

Unterrichtsbeispiel 2: Anwendung nützlicher Applikationen

Sammeln Sie zusammen mit Ihren Schülerinnen und Schülern Beispiele für nützliche Applikationen, kurz Apps, für den Schulalltag. Einige Apps wären zum Beispiel verschiedene Fremdsprachen-Lexika, das Periodensystem, Apps in denen man Stundenpläne mit Raumnummern kombinieren kann und viele mehr. Die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler wird sich besser auskennen als Sie selbst. Sie sollten demnach bereit dazu sein, auch Hilfe von den Lernenden anzunehmen. Es gibt mit Sicherheit viele nützliche Programme, die sich gut im Unterricht einsetzen lassen. Die Liste lässt sich von Zeit zu Zeit ergänzen. Vielleicht kann man mit den Schülerinnen und Schülern ausmachen, dass sie ihr Handy genau für diese Zwecke gebrauchen dürfen. SMS und andere Nachrichten jedoch von Zuhause aus geschrieben werden sollen.

Weitere Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

Natürlich hat die Erlaubnis von Handys und Smartphones nicht nur positive Seiten. Sie bietet den Schülerinnen und Schülern auch in Klassenarbeiten die Chance Lösungen nachzuschauen. Auch die Aufnahme von Videos und Fotos von Mitschülerinnen und Mitschülern, aber auch von Lehrkräften kann zu erheblichen Problemen führen. Dennoch scheint es der bessere Weg zu sein Handys und Smartphones zu akzeptieren und ihnen einen positiven Zweck zu geben, anstatt sie ganz zu verbieten. Ein Verbot ist kaum noch möglich und nur die Wenigsten halten sich daran. Alle diese Argumente scheinen dafür zu sprechen, dass die Erlaubnis zum Einsatz von Handys und Smartphones zumindest einen Versuch wert ist. Missbrauchen die Lernenden die Erlaubnis kann man ein Verbot immer wieder einführen. Versuchen Sie also Handys durch die Nutzung von sinnvollen Apps in den Unterricht einzubinden. Wenn Sie sich vorher selbst über geeignete Applikationen informieren wollen, können Sie bei Google eine ganze Menge Informationen finden. Sollten Sie ein eigenes Smartphone besitzen, bietet es sich auch an, die Apps zuvor einmal auszuprobieren, um aus eigener Erfahrung sprechen zu können.

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