Klassenleitung

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Autor: Stuart Mitchell, Gloucestershire College, Cheltenham
Übersetzung: Rebekka Wilpert, Sozialforschungsstelle der Technische Universität Dortmund, Dortmund

Contents

Lernziele

Das Thema Klassenleitung stellt viele Lehrerinnen und Lehrer vor Schwierigkeiten. Es gibt immer wieder Lernende, die schwierig sind und besonders viel Aufmerksamkeit benötigen. In diesem Kapitel geht es darum zu zeigen, wie soziale Medien (zum Wikipedia-Eintrag) in solchen Situationen helfen können. Dieses wird auch anhand von praktischen Beispielen erläutert.

Einführung

Ein wichtiges Merkmal von guter Klassenleitung ist konsequentes Verhalten. Dieses bedeutet jedoch nicht, dass es Aufgabe der Lehrkräfte ist strikt für die Einhaltung von Regeln zu sorgen. Natürlich müssen Regeln aufgestellt werden und vorhanden sein, damit Zusammenarbeit funktioniert. Es ist jedoch durchaus erlaubt diese je nach Situation zu verändern, zu erweitern oder abzuschaffen. Alle neueren Lerntheorien (zum Wikipedia-Eintrag) setzen einen Fokus auf die Selbstkontrolle (zum Wikipedia-Eintrag) der Lernenden. Im gleichen Zuge bedeutet dieses, dass Sie als Lehrerinnen und Lehrer einen gewissen Teil der Kontrolle und Klassenleitung abgeben müssen.

In solchen Situationen gibt Ihnen der Einsatz von geeigneten sozialen Medien die Chance Kontrolle an die Lernenden abzugeben, aber dennoch einen Überblick über ihre Aktivitäten zu behalten. Die Schülerinnen und Schüler erhalten so die Möglichkeit ihre Lernumgebung selber zu kontrollieren und eigenmächtige Entscheidungen zu treffen. Dieses erlaubt einen Wandel vom behavioristischen Verhalten (zum Wikipedia-Eintrag), in dem strikt auf Regeln und Konsequenzen geachtet wird, über ein deduktives Verhalten (zum Wikipedia-Eintrag), in dem Regeln und Konzepte entworfen, diskutiert und eingeführt werden sollen, hin zu einem induktiven Verhalten (zum Wikipedia-Eintrag), bei dem die Wünsche und Bedürfnisse der Lernenden im Mittelpunkt stehen.

Sherry Arnstein hat genau diesen Wandel sehr kompakt in seinem Schaubild „Leiter der Partizipation (zum Wikipedia-Eintrag)“ festgehalten:


Leiter der Partizipation




















Soziale Medien sind sicher nicht der Antrieb für diesen Wandel, können jedoch vorteilhaft unterstützend wirken, wenn es darum geht Abkommen für einen guten Umgang zu entwerfen.

Anwendung im Klassenzimmer

Unterrichtsbeispiel 1: Offensive Sprache/Offensives Benehmen in sozialen Netzwerken erkennen

Soziale Netzwerke (zum Wikipedia-Eintrag) sind voll von Einträgen mit unangebrachten Wort- und Ausdruckswahlen. Ziel ist es Ihren Schülerinnen und Schülern beizubringen auch im Netz respektvoll miteinander umzugehen. Fokussieren Sie gemeinsam mit ihnen solche Einträge und sprechen sie darüber, welche Inhalte und Ausdrucksformen unangebracht sind. Als soziales Medium eignet sich hier besonders Twitter (zur Plattform,zum Wikipedia-Eintrag). So fördern sie einen respektvollen Umgangston untereinander.

Unterrichtsbeispiel 2: Regeln für den Umgang entwerfen


Richten Sie für die Klasse ein Wiki ein. Hier können nun alle gemeinsam daran arbeiten Regeln für den Umgang untereinander aufzustellen. Ein jeder hat Zugriff auf das Wiki und ist in der Lage wichtige Regeln zu ergänzen. Sie selber behalten durch eigene Teilnahme an der Diskussion die Kontrolle darüber, was die Schülerinnen und Schüler schreiben. Außerdem bekommen Sie einen guten Einblick in das, was Ihrer Klasse im Umgang wichtig ist. Sie können in Zukunft auf diese Dinge achten und Missverständnisse und Unstimmigkeiten so vermeiden. Dieses Regeln können später als Plakat ausgedruckt und in der Klasse für alle sichtbar aufgehängt werden.

Weitere Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

Es wird immer wieder Differenzen zwischen Ihnen und den Schülerinnen und Schülern geben. Diese entstehen häufig aus Missverständnissen und Unklarheiten, häufig auch aus Unzufriedenheit beider Seiten.


Fünf effektive Schritte können helfen die Lernenden zu motivieren und sie so zufrieden in den Unterricht einzubinden:

  1. Passen Sie den Inhalt dem Wissensstand der Schülerinnen und Schüler an. Nutzen Sie Inhalte mit Realitätsbezug.
  2. Fordern Sie ihre Schülerinnen und Schüler heraus. Stellen Sie sie vor Probleme. Der Erfolg, der aus der Lösung resultiert ist ein hoher Motivationsfaktor.
  3. Gehen Sie auf die Lernenden ein. Versuchen Sie einen Unterricht zu gestalten, der ihre Interessen anspricht und einen Praxisteil einbindet.
  4. Geben Sie den Schülerinnen und Schülern auch mehrschrittige Arbeitsaufträge. So haben diese das Gefühl den eigenen Lernprozess selber steuern zu können und nicht bei jedem Schritt kontrolliert zu werden.
  5. Feedback und Rückmeldungen sind ein wichtiger Faktor. Jeder möchte für seine Arbeiten eine ausführliche Rückmeldung. Beginnen Sie mit den positiven Punkten und vermeiden Sie Wertungen.
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