Konstruktivistische Didaktik

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Autorin: Sabine Senft, Friedrich-List-Berufskolleg, Herford


Contents

Lernziele

Dieser Artikel soll Informationen darüber liefern, was konstruktivistische Didaktik (zum Wikipedia-Eintrag) bedeutet und wie soziale Medien (zum Wikipedia-Eintrag) zu ihrem Nutzen in den Unterricht integriert werden können. Einige praktische Unterrichtsbeispiele zeigen, wie man sie positiv nutzen und einbinden kann.

Einführung

Was bedeutet konstruktivistische Didaktik überhaupt? Als Einführung in das Thema kann folgendes Video dienen. Es erläutert in einigen Minuten, was das Besondere an der didaktischen Lerntheorie ist und gibt einen Überblick über die Grundsätze, auf der sie basiert:

konstruktivistische Didaktik


Die Grundlegende Idee des Konstruktivismus hat Galileo Galilei (zum Wikipedia-Eintrag) ganz passend in einem Satz formuliert:

„Du kannst einen Menschen nichts lehren, du kannst ihm nur helfen, es in sich zu finden“.

In dieser Lerntheorie geht es demnach nicht nur darum Wissen zu vermitteln, sondern viel mehr um den Lernprozess und die Konstruktion von Wissen aus eigener Erfahrung. Die Schülerinnen und Schüler rücken in den Mittelpunkt des Unterrichtgeschehens. Wissen wird nichtnur von der Lehrkraft vorgetragen und vermittelt. Die Hauptaufgabe dieser besteht eher darin die passende Lernumgebung zu schaffen und eine Vielzahl an methodischen Angeboten bereitzustellen.

Die konstruktivistische Lerntheorie besagt, dass alles Lernen auf den eigenen Erfahrungen der Lernenden basiert. Durch das selbstständige Entdecken von Sachverhalten und der kritischen Auseinandersetzung mit diesen bilden Schülerinnen und Schüler ihr Wissen aus. Der Prozess des Wissenserwerbs soll in eigener Verantwortung und selbstorganisiert erfolgen. Die Lehrkraft steht als Beraterin oder Berater zur Verfügung und stellt die Mittel.

Anwendung im Klassenzimmer

Unterrichtsbeispiel 1: Ein Thema, viele Methoden

Geben Sie den Schülerinnen und Schülern ein Thema vor, zum Beispiel „Berühmte Bauwerke Deutschlands“. Bauen Sie im Klassenraum nun verschiedene Informationsstände auf. Jeder Informationsstand sollte inhaltlich ähnliche Informationen liefern, methodisch jedoch verschieden ausgelegt sein. So können sie zum Beispiel am ersten Stand Bücher zum Thema auslegen, Stand zwei könnte eine Station sein an der das Internet benutzt werden darf, am dritten Informationsstand könnten Informationen auditiv, zum Beispiel in Form von Interviews oder Nachrichtenbeiträgen, zur Verfügung stehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen nun selber aussuchen welcher Stand ihnen am meisten zusagt. Natürlich darf auch gewechselt und Verschiedenes ausprobiert werden. Im Anschluss an die Informationssammelphase wird zusammengetragen. Doch es geht nicht nur um das inhaltliche Wissen, vielmehr sollen die Lernenden von ihren Erfahrungen berichten. Welche Methode fanden sie gut? Welche sagt ihnen nicht zu? Auf diese Art und Weise können die Schülerinnen und Schüler entdecken, wie sie am besten lernen und welcher Weg der effektivste für sie ist.

Unterrichtsbeispiel 2: Lerntagebuch

Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler dazu auf Lerntagebuch zu führen. Das wird ihnen helfen ihren eigenen Wissenserwerb nachvollziehen zu können. Hier sollen die Lernenden festhalten was sie wann bearbeitet haben, aber auch welches Wissen sie zu dem Thema bereits besaßen und was sie neu dazu gelernt haben. So lernen sie Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Die Dokumentation führt ihnen deutlich vor Augen was sie bereits geschafft haben und regt zur Evaluation an. Habe ich meine Ziele erreicht? Wie lerne ich am besten? Kann ich am besten alleine, zu zweit oder in der Gruppe lernen? Die Eigenständigkeit den Lernprozess selber zu organisieren muss erlernt werden. Zu Beginn werden die Schülerinnen und Schüler hier noch viel Hilfe benötigen. Dafür müssen die Lehrkräfte als Berater und Lernbegleiter zur Verfügung stehen.

Weitere interessante und effektive Unterrichtsbeispiele gibt es auf dieser Seite

Weitere Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

In einem perfekt umgesetzten konstruktivistischen Unterricht arrangieren und organisieren die Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess gänzlich eigenständig. Dieses wird nicht von Anfang an klappen, aber mit der Zeit immer besser werden. Sie müssen dafür Abstand von der traditionellen Lehrerrolle nehmen und sich selber in der Rolle als Begleiterin oder Begleiter sehen. Helfen Sie Ihren Schülerinnen und Schülern den eigenen Lernweg zu entdecken und eine Selbstständigkeit zu entwickeln, die es ihnen möglich macht effektiv Wissen zu erwerben. Hierfür sollten Sie vor allem alltagsbezogene und realistische Lerninhalte wählen.


Interessant auch hier das Kapitel 2.3 aus dem Text „Didaktischer Hintergrund. Lerntheorien“

Quellen

  • Unterrichtsmethoden im konstruktiven und systemischen Methodenpool zum Methodenpool
  • Didaktischer Hintergrund. Lerntheorien zum Text

Videoquellen:

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