Sicherheit und Schutz im Internet

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Autorin: Isidre Bermudez, Fundacion Accion Social Educion y Tiempo libre ESPLAI, Barcelona
Übersetzung: Erika Hauzel, Sozialforschungsstelle der Technische Universität Dortmund, Dortmund

Contents

Lernziele

Dieser Artikel soll zeigen auf welche Weise und mit welcher Intensität Schülerinnen und Schüler das Internet und die sozialen Medien (zum Wikipedia-Eintrag) nutzen und warum sie einen so großen Reiz auf sie ausüben. Auf Grundlage hiervon soll ein Augenmerk auf die Gefahren und Risiken, die soziale Medien bergen, gelegt werden. Doch nicht nur Sie als Lehrkräfte, sondern auch die Eltern sowie die Schülerinnen und Schüler müssen sich diesen bewusst sein. Hierfür gibt es unter der Rubrik 'Anwendung im Klassenzimmer' zwei praktische Beispiele, die der Prävention dienen sollen.


Gefahren für Minderjährige



















Einführung

Wie Minderjährige das soziale Web nutzen. Einige Daten, Auswertungen und Überlegungen:


Das Profil, das sich Nutzerinnen und Nutzer auf sozialen Webseiten erstellen, nennt man auch „digitale Identität“. Persönliche Daten, Bilder, Nachrichten, Statusmeldungen und vieles mehr beschreiben die Person auf einer digitalen Ebene. Fremde Menschen erfahren auf einen Blick eine ganze Menge über die Person. Häufig kommt es zum virtuellen Kontakt und in einigen Fällen auch zu einem persönlichen Treffen. Solch eine digitale Identität kann zum Vorteil genutzt werden, wenn man bewusst entscheidet, welche Informationen man über sich preisgeben möchte. Hierfür muss man sich aber darüber im Klaren sein, welche Gefahren die Veröffentlichung von persönlichen Daten mit sich bringen kann.

Digitale Identität















Auf der Seite von Saferinternet (zum Artikel) gibt es sehr aufschlussreiche Tipps zum Datenschutz im Internet.


Die folgenden Zahlen und Daten zum Verhalten von Jugendlichen stammen aus dem Bericht des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zur Mediennutzung Jugendlicher (zum Bericht).

Hier nutzen die Jugendlichen das Internet:

Internetnutzung



















Internetzugang 2012

  • Mittlerweile gibt es in fast jedem Haushalt, in dem Jugendliche aufwachsen einen Computer oder einen Laptop
  • In 90% aller Fälle ist auch Internet verfügbar, in 90% von diesen über einen WLAN Zugang
  • 87% der Jugendlichen können das Internet in ihrem eigenen Zimmer nutzen
  • Schon im Alter von 12-13 Jahren geben die meisten Jugendlichen an, unbeobachtet im Internet surfen zu können



Mit diesen technischen Geräten greifen die Jugendlichen auf das Internet zu:

Wege der Internetnutzung


















Wege der Internetnutzung 2012-2010

  • Der Computer oder der Laptop wird mit 96% immer noch am häufigsten für das Surfen im Internet genutzt
  • In den drei abgebildeten Jahren wird der Anstieg der Handynutzung über das Smartphone bereits sehr deutlich. Die Zahlen steigen hier von 13% über 29% auf 49%
  • Es ist anzunehmen, dass die genannten Zahlen für Handy- und Smartphone-Nutzung bis heute weiter gestiegen sind
  • Im Jahr 2012 haben 8% der Jugendlichen Tablets für den Internetzugang genutzt
  • Auch in Hinsicht auf die Tablet-Nutzung ist zu vermuten, dass sich die Zahl bereits deutlich erhöht hat und auch noch weiter ansteigen wird



Diesen Aktivitäten gehen Jugendliche im Internet nach:

Inhaltliche Verteilung der Internetnutzung



















Inhaltliche Verteilung der Internetnutzung

  • Etwas weniger als die Hälfte (45%) der Zeit im Internet verbringen die Jugendlichen damit über Mails, Chats oder soziale Netzwerke zu kommunizieren
  • 25% der Zeit werden zu Unterhaltungszwecken, wie Musik hören oder Filme anschauen genutzt
  • Ca 15% der Zeit wird gespielt oder nach Informationen gesucht
  • Bei der Angabe für den Bereich Spiele handelt es sich um einen Mittelwert: Der Unterschied zwischen den Mädchen (7%) und Jungen (22%) ist hier besonders deutlich
  • Im Gegensatz zum Spielebereich fallen die Zahlen für die Informationssuche und Kommunikation bei den Mädchen etwas höher aus als bei den Jungen
  • 78% der Jugendlichen sind täglich oder zumindest mehrmals die Woche auf sozialen Netzwerkseiten, wie zum Beispiel Facebook unterwegs
  • 49% der Lernenden nutzen das Internet auch für schulische Zwecke



Die Wahrnehmung der Gefahren und Risiken im Internet aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen und deren Eltern:


Schaubild über Gefahren und Risiken im Internet



















Auf der Doppelachse befinden sich oben die inhaltsbezogenen Risiken und unten die kontaktbezogenen Risiken. Auf der Achse rechts sieht man die Gefahren, die durch das Verhalten anderer entstehen und links die Gefahren, die durch das eigene Verhalten entstehen.


Die folgenden Zahlen und Daten zum Bewusstsein über die Gefahren und Risiken in der Nutzung des Internets stammen aus dem Bericht des Forschungsverbundes „EU Kids Online“.

Wahrnehmung der Risiken und Gefahren aus Sicht der Kinder und Jugendliche:

  • 48% der Kinder und Jugendlichen sind sich darüber bewusst, dass es für ihr Alter unangemessene Dinge im Internet gibt
  • 8% haben bereits unangenehme Erfahrungen im Internet gemacht
  • 4% der Kinder und Jugendlichen geben an Bilder mit sexuellem und pornografischem Inhalt im Internet gesehen zu haben
  • 16% der 11- bis 16-jährigen haben Nachrichten mit sexuellem Inhalt erhalten und empfanden dies als unangenehm
  • Online-Mobbing findet im Vergleich zu anderen Mobbing-Formen relativ selten statt
  • 16% der Kinder geben an, Erfahrungen mit Mobbing gemacht zu haben, aber nur bei 5% von ihnen geschah dies über das Internet
  • 38% der Kinder und Jugendlichen hatten bereits Kontakt zu unbekannten Personen
  • 11% haben ihnen unbekannte Internetbekanntschaften auch persönlich getroffen



Wahrnehmung der Risiken und Gefahren aus Sicht der Eltern:

  • 7% der Eltern vertreten die Meinung, dass ihr Kind unangenehme Erfahrungen im Internet gemacht hat
  • 10% der Eltern glauben, dass ihr Kind Bilder mit sexuellem oder pornografischem Inhalt gesehen hat
  • Nur 6% der Eltern sehen eine Gefahr in Bildern mit sexuellem oder pornographischem Inhalt
  • Die Zahl der Erwachsenen, die angibt, dass ihr Kind schon einmal über das Internet gemobbt wurde, ist mit 6% leicht höher als die Angabe der Kindern und Jugendlichen
  • Nur 7% der Eltern glauben, dass ihr Kind bereits eine Internetbekanntschaft persönlich getroffen hat


Meilensteine
Online-Sicherheit



































Anwendung im Klassenzimmer



Unterrichtsbeispiel 1: Wie schnell geht ein Foto um die Welt?
Machen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern den Selbsttest. Schon mehrfach haben Lehrerinnen und Lehrer Fotos bei Facebook hochgeladen, mit der Bitte bei diesem auf „Gefällt mir“ zu klicken, um so deutlich zu machen, wie schnell ein Foto um die Welt geht. Außerdem zeigt es, dass man ab dem Moment der Veröffentlichung jegliche Kontrolle verliert. Auch Ihr Foto wird beeindruckende Resultate erzielen. Dieser interessante Zeitungsartikel aus der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom 21.02.2014 zeigt genau diesen Versuch im Facebook.

Unterrichtsbeispiel 2: Musterprofil erstellen
Lesen Sie zusammen mit Ihren Schülerinnen und Schülern den Artikel darüber, wie man die eigene Privatsphäre im Internet schützt. Mit diesem Text als Grundlage können sie nun gemeinsam ein Musterprofil erstellen, an dem deutlich wird, welche Daten man preisgeben sollte und welche lieber nicht. Fordern Sie die Lernenden dazu auf, ihre eigenen Profile in Form einer Hausaufgabe zu überprüfen.

Das folgende Video kann als Demonstrationsvideo dienen, um den Schülerinnen und Schülern deutlich zu machen, welche Reichweite soziale Netzwerke haben können:

Die Reichweite sozialer Netzwerke

Weitere Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

Rolle von Lehrerinnen und Lehrern

Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass Sie das Verhalten Ihrer Schülerinnen und Schüler im Internet nicht kontrollieren können. Dennoch können Sie auf verschiedene Weise darauf einwirken. Klären Sie die Lernenden über die Gefahren auf, machen Sie ihnen deutlich, welche Macht das Internet hat und helfen Sie ihnen das Ganze auch einmal von einer kritischen Perspektive aus zu betrachten. Auch die Eltern müssen immer wieder darauf hingewiesen werden das Thema Zuhause sensibel zu behandeln und Risiken offen anzusprechen. Durch diesen offenen Umgang mit den Gefahren können Sie das Vertrauen Ihrer Schülerinnen und Schüler gewinnen. Stehen Sie bei Fragen und Problemen als Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler sollten das Gefühl haben, dass Sie nach allen Mitteln versuchen sie zu unterstützen und bei Problemen eine Lösung zu finden.

Falls Sie den Verdacht hegen einer Ihrer Schützlinge könnte durch die Nutzung der sozialen Medien in Gefahr geraten oder befindet sich bereits in dieser, dann sprechen Sie es direkt an. Zeigen Sie, dass Sie sich Sorgen machen und Ihnen zur Seite stehen.

Handlungsstrategien


Abschließend ist zu sagen, dass es immer besser ist Prävention, anstatt Intervention zu betreiben. Arbeiten Sie mit Eltern, Kolleginnen und Kollegen und den Lernenden zusammen. Gemeinsam können sie sich auf unangenehme Situationen vorbereiten und ein geeignetes Handlungsmuster finden.

Präventionsmaßnahmen


Auf dieser Internetseite finden Sie einige weitere nützliche Hinweise zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet:

Zusätzlich gibt es in allen 27 EU-Ländern Zentren für sicheres Internet (SIC). Jedes dieser Zentren setzt sich aus vier Komponenten zusammen:

1. Zentrum zur Stärkung des Bewusstseins:
Nationale Zentren zur Stärkung des Bewusstseins zielen darauf ab, das Bewusstsein und das Verständnis für die Problematik der Sicherheit im Internet zu erhöhen. Sie leiten Kampagnen, um Kindern, Jugendlichen, Eltern, Betreuerinnen und Betreuern und Lehrkräften dabei zu helfen sich möglicher Gefahren bewusster zu werden. Ihr Ziel ist es, Menschen durch Fertigkeiten, Wissen und Strategien dazu zu befähigen eine Widerstandskraft zu entwickeln, um sich selber im Internet zu schützen.
2. Beratungsstellen:
Beratungsstellen bieten Kindern, Jugendlichen und Eltern Informationen, Ratschläge und Hilfe zum Umgang mit schädlichen Inhalten, Kontakten und Verhaltensweisen an. Sie können über die verschiedensten Wege, wie Telefon, E-Mail, Skype oder per Chat erreicht werden.
3. Telefondienst:
Über die Telefondienste können Menschen illegale Inhalte anonym melden. Diese Meldungen werden dann an den Anbieter der Dienstleitung im Internet, die Polizei oder den entsprechenden Telefondienst weitergeleitet.
4. Gremium der Jugendlichen:
Gremien der Jugendlichen ermöglichen es ihnen ihre Standpunkte zu äußern und Erfahrungen und Wissen in Bezug auf die Technologien und Internet auszutauschen.

Auch über diese Zentren können sie Informationsmaterial und Beratungsgespräche erhalten.

Wenn Sie das Thema „Sicherheit und Schutz im Internet“ mit Ihrer Klasse besprechen, können Sie sich alle eingefügten Grafiken als ein großes Poster herunterladen und ausdrucken, um es in der Klasse aufzuhängen. Somit haben Sie alle wichtigen Informationen auf einem Poster vereint.


Die InitiativeKlickSafe.de sammelt Informationen und Beispiele zum Thema Sicherheit imInternet: http://www.klicksafe.de/

DieStiftung Digitale Chancen betreibt ein Portal mit nützlichen Links auch zuThemen der Internet-Sicherheit: http://www.digitale-chancen.de/

Ein BlendedLearning der Medienberatung NRW Kurs zum Thema Sicherheit im Netz: http://www.medienberatung.schulministerium.nrw.de/Medienberatung/Publikationen/aktuelle-Publikationen/Sicher-im-Netz.html

Das Zentrum für Kinderschutz im Internet (KiZ) hält Informationen zu Beratungsangebotenvor: http://www.i-kiz.de/

Quellen

- Tipps zum Datenschutz im Internet zum Artikel
- Bericht des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zur Mediennutzung Jugendlicher zum Bericht
- Bericht des Forschungsverbundes EU Kids Online zum Bericht
- Zeitungsartikel der NOZ zum Artikel
- Hinweise zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet vom Social-Web Social-Work zur Webseite

Videoquellen:

- Gefahren sozialer Netzwerke einfach erklärt

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