Wie soziale Medien die Bereiche Arbeit, Bildung und Freizeit verändern

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Autor: Bastian Pelka, Sozialforschungsstelle der Technische Universität Dortmund, Dortmund

Contents

Lernziele

In diesem Artikel geht es darum zu zeigen, dass soziale Medien keine reine Medien-Erscheinung sind. Sie verändern die Art und Weise, wie Menschen in der Wissensgesellschaft (zum Wikipedia-Eintrag) arbeiten, kommunizieren und lernen. Ihr immer höherer Stellenwert im Alltags-und Arbeitswesen beeinflusst die verschiedenen Arbeitsprofile im Kommunikationsbereich, wie zum Beispiel die der Lehrerinnen und Lehrer, Journalistinnen und Journalisten und Ausbilderinnen und Ausbilder. Aber auch fast alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Wissensgesellschaft sind davon betroffen. Demnach sollten Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler auf ein von den sozialen Medien beeinflusstes Arbeitsleben vorbereiten. Dazu muss die Schule die Lernenden auf einen geschulten und überlegten Umgang mit diesen vorbereiten. Erforderlich sind hierfür nicht nur „traditionelle“ Kompetenzen, sondern auch die Fähigkeiten der Informations (zum Wikipedia-Eintrag),- und Kommunikationstechnik (zum Wikipedia-Eintrag). Der Artikel beschreibt nun den Einfluss und die Veränderungen, die soziale Medien auf die drei Bereiche Arbeit, Bildung und Freizeit haben.


Der recht hohe Theorieanteil dieses Artikels wird im Anschluss an jeden Bereich durch einige praktische Beispiele ergänzt.

Wie sich soziale Medien auf den Bereich der Arbeit auswirken

Zunächst einmal wird das Arbeitsprofil von Journalistinnen und Journalisten betrachtet. Bevor es soziale Medien gab, lagen Zeitungen nur in gedruckter Form vor. Die einzige Möglichkeit für die Lehrerinnen und Lehrer mit der Verfasserin oder dem Verfasser zu kommunizieren, war es einen Brief an die Redaktion zu schreiben. Diese konnte dann noch entscheiden, welchen der Briefe sie drucken und herausgeben wollte. Heute bietet jede Zeitung auch ein Online-Diskussionsforum für jeden einzelnen Artikel an. Das hat die Arbeitsweise der Journalistinnen und Journalisten von Grund auf verändert. Etwa 20% der Zeit widmen diese nun der Kommunikation mit den Leserinnen und Lesern. Sie führen Diskussionen, müssen auch mit unangemessenen Kommentaren kämpfen und sich in einigen Situationen auch mit Menschen auseinandersetzen, die zu einem bestimmten Thema vielleicht ein größeres Wissen haben als sie selber. Soziale Medien heben Regeln und Einschränkungen auf. Da der Inhalt von den Leserinnen und Lesern selber produziert wird, kann im Prinzip alles gesagt werden. Es gibt keine professionelle Instanz, die den Inhalt prüft und reguliert. Sie sind so einfach zu benutzen, dass es für fast jeden möglich ist, an ihnen teilzuhaben. Das bringt die Menschen näher zusammen. Wissen stammt nicht mehr nur von einer Person. Bezieht man dieses wieder auf das Beispiel der Journalistinnen und Journalisten bedeutet es, dass diese zwar den Inhalt der Kommentare nicht kontrollieren können und gegebenenfalls auch mit unangemessenen Äußerungen umgehen müssen, Kommentare von Expertinnen und Experten aber durchaus Informationen zu dem Artikel ergänzen und bereichern können.



Unterrichtsbeispiel 1: „gestern und heute“ – Wie haben soziale Medien andere Arbeitsprofile anderer Bereiche verändert?

Geben Sie den Lernenden die Aufgabe die Bedeutung sozialer Medien auch einmal für andere Arbeitsprofile herauszuarbeiten. In Gruppen können sie sich verschiedene Berufe vornehmen und überlegen, wie die sozialen Medien hier Einfluss nehmen. Das kann zum Beispiel der Lehrerberuf sein. Oder der Beruf von Polizistinnen und Polizisten, die durch soziale Medien bei der Suche nach Hinweisen und Tätern ein viel größeres Publikum ansprechen können, dadurch aber auch mit einer Menge an falschen Informationen rechnen müssen. Fast jeder Bereich ist von sozialen Medien beeinflusst. Stellen Sie den Lernenden frei, welchen sie sich als Thema aussuchen wollen.


Unterrichtsbeispiel 2: Vor- und Nachteile sozialer Medien

Diese Aufgabe kann an die in Unterrichtsbeispiel 1 erwähnte anknüpfen. Die eine Hälfte der Schülerinnen und Schüler soll sich in die Lage der Menschenversetzen, bevor soziale Medien zur Verfügung standen. Die andere Hälfte darf für dieselben Aufgaben die sozialen Medien nutzen. So kann eine Schülergruppe zum Beispiel einen Leserbrief an die Zeitung schreiben, die andere kommentiert den ausgewählten Artikel in dem Online-Diskussionsforum. Lassen Sie die Lernenden die Unterschiede dokumentieren. Wer bekommt eine schnellere Rückmeldung? Auf welchen Brief/Kommentar gibt es eine größere Reaktion?

Ein zweites Beispiel wäre das Arbeitsprofil von Lehrerinnen und Lehrern. Eine Gruppe kann zum Beispiel ein Referat zu einem bestimmten Thema vorbereiten, ohne soziale Medien als Informationsquelle zu nutzen. Anstatt dessen sollen sie wie früher auf Bücher zurückgreifen. Die andere Gruppe darf sich die Informationen auch durch soziale Medien beschaffen. Besprechen sie gemeinsam die Unterschiede der zwei Vorträge. Welche Gruppe kann mehr Informationen liefern? Welche Erfahrungen haben die Gruppen bezüglich der Informationsbeschaffung gemacht?

Wie sich soziale Medien auf den Bereich der Bildung auswirken

Soziale Medien (zum Wikipedia-Eintrag) wirken sich an drei Stellen auf die Bildung aus: Auf den Lernenden, auf die Lehrkraft und auf den Inhalt.

  • Auf die Lernenden:

Die Idee sozialer Medien ist es Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, dass sie gemeinsam an einer Aufgabenstellung arbeiten können, ohne dabei räumlich gebunden zu sein. Das führt zu der Lerntheorie, dass Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen und die eigenen Problemlösekompetenzen gefördert werden. Sie müssen dafür Kompetenzen im Bereich der Kommunikation, sowie der Gruppenarbeit erlernen. Diese Fähigkeiten sind auch später für einen von sozialen Medien beeinflussten Beruf wichtig. Siehe hierzu auch den Artikel über Gruppenarbeit.

soziale Medien


















  • Auf die Lehrkraft:

Das Bild der Lehrerin oder des Lehrers, als „Weiser“, der vorne an der Tafel steht und erklärt, verändert sich zu einem Bild als „Moderator und Begleiter“. Das ist zunächst nicht ganz einfach umzusetzen. Sie müssen einen Teil der Kontrolle aus der Hand geben und die Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler untereinander unterstützen. Mehr hierzu finden sie auch in dem Artikel über "Klassenführung"

  • Auf den Inhalt:

Wie im Artikel „Was sind soziale Medien?“ erwähnt, wird der Inhalt dieser von mehreren Menschen in einer Art Co-Produktion erstellt. Dennoch gestalten nur ca.10% aller Nutzerinnen und Nutzer den Inhalt der sozialen Medien aktiv mit, die restlichen 90% nehmen durch Lesen daran teil. So wird ein „normaler“ Wikipedia-Eintrag von mehreren hundert Menschen bearbeitet. Es ist nicht mehr nur das Wissen von einem, sondern das gesammelte Wissen vieler Menschen.

Unterrichtsbeispiel 1: Lernende auf die Arbeit mit sozialen Medien vorbereiten

Um den Lernenden deutlich zu machen, wie sie soziale Medien im Unterricht positiv genutzt werden können, müssen Sie diese auf ihren Einsatz vorbereiten. Hierzu müssen einige grundlegende Dinge geklärt werden. Besprechen Sie vor allem auch die Sicherheit im Umgang mit diesen. Ausführliche Informationen und konkrete Unterrichtsbeispiele finden sie hierfür auch in dem Artikel zu "Sicherheit und Schutz im Internet".

Unterrichtsbeispiel 2: Schülerinnen und Schüler nach der eigenen Meinung fragen

Die Lernenden werden häufig besser Bescheid wissen als Sie. Schülerinnen und Schüler sind mit den sozialen Medien aufgewachsen. Sie kennen die Möglichkeiten und wissen wie man mit diesen umgeht. Fragen Sie die Lernenden wie diese sich den Einsatz sozialer Medien im Unterricht vorstellen. Mit Sicherheit können auch die Schülerinnen und Schüler gute Ideen zum Einsatz beitragen.

Wie sich soziale Medien auf den Bereich der Freizeit auswirken

Soziale Medien wirken sich auch auf den Freizeitbereich der Menschen aus. So erreichen uns zum Beispiel Nachrichten viel schneller als früher, wir können über das Internet einkaufen und Kontakt zu Freundinnen und Freunden halten. Soziale Medien lassen sich heutzutage fast in allen Lebensbereichen finden. Dieses ist sowohl positiv, wie auch negativ zu sehen. Nehmen wir das Beispiel des 11. Septembers 2001 (zum Wikipedia-Eintrag). Die Bilder des Terroranschlags in New York erreichten die gesamte Welt über soziale Medien in nur wenigen Sekunden. Man konnte nahezu live mitverfolgen, was in den USA passierte. Diese Eigenschaft der Medien lässt sich von zwei Seiten betrachten. Positiv zu sehen ist sicher, dass Informationen viel schneller verbreitet werden können und die Menschen auf allen Erdteilen besser informiert sind. Kritisch betrachtet kann dieses jedoch auch missbraucht werden. So ist der Anreiz für Terroristen doch vielleicht viel größer einen Anschlag zu verüben, wenn ihre Tat in allen Nachrichten und Medien Schlagzeilen macht. Die Aufmerksamkeit, die sie genießen könne, ist viel höher.


11. September 2001





















Unterrichtsbeispiel 1: Vor- und Nachteile für soziale Medien im Bereich der Freizeit diskutieren

Die Lernenden sollen sich zu weiteren Szenarien Gedanken machen. In welchen Situationen sind soziale Medien eher von Vorteil, wo vielleicht eher von Nachteil. So lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur die positiven Seiten zu sehen und kritisch und vorsichtig mit den Medien umzugehen.


Unterrichtsbeispiel 2: Soziale Medien im eigenen Freizeitleben

Lassen Sie die Lernenden Tagebuch führen. Sie sollen aufschreiben was sie wann gemacht haben. Dieses kann in Form einer Tabelle oder eines Fließtextes geschehen. Ein extra Fokus soll auf den Einsatz sozialer Medien im Alltag gelegt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren Tag/ihre Woche daraufhin reflektieren, wann und wozu sie soziale Medien genutzt haben. Es wird auffallen, dass diese einen viel höheren Stellenwert einnehmen, als vielen bewusst sein wird.

Weitere Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer

Dieser Artikel hat veranschaulicht wie soziale Medien die verschiedenen Bereiche des Lebens beeinflussen und verändern können. Thematisiert werden sollen hier nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Seiten von sozialen Medien. An praktischen Beispielen wird gezeigt, wie Sie die Medien auch im Unterricht nutzen können. Doch nicht nur im Unterricht, sondern auch für Ihre eigene Weiterbildung und die Ihrer Kolleginnen und Kollegen bieten sie ein gutes Medium um Wissen auszutauschen. Lassen Sie sich auf einen Versuch ein.

Dieser Text gibt eine gute Einführung, wie Sie soziale Medien entdecken und in den Unterricht einführen können zum Artikel.

Quellen

  • Ein Lehrer Guide zu Social Media im Unterricht zum Artikel
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